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25.11.2017 / 2:49

Was ist Schwingen?

Schwingen ist ein uraltes schweizerisches Zweikampfspiel. International gesehen handelt es sich um einen Kleiderringkampf, wie er, mit immer wieder ähnlichen Regeln, aus vielen Gegenden bekannt ist. Die heutige Form des Schwingens dürfte rund 200 Jahre alt sein.

Schwingen soll fair und korrekt ausgetragen werden. Oberstes Ziel eines fairen Zweikampfes soll die Konzentration der Aggressionen auf seine eigenen Aktionen und nicht auf den Gegner als Person sein. Aggressives Verhalten gegenüber dem Gegner schadet der Konzentration und führt schliesslich zur Niederlage. Diesen Grundsatz sollte jeder Schwinger während Training und Wettkampf jederzeit bedenken. Schwingen ist deshalb auch eine Lebensschule.

Vor Beginn des Kampfes, des "Ganges", wie wir Schwinger sagen, werden die Hosen in den vorbestimmten Griffen, dem rechten Gurtgriff und dem linken Gstössgriff gefasst. Wenn beide Schwinger korrekt Griff gefasst haben, wird der Kampfrichter mit einem "Guet" den Kampf freigeben.

Ziel und Ende des Kampfes

Das Ziel des Kampfes ist es, den Gegner in einer bestimmten Zeit zu schultern. Ein Gang gilt als entschieden, wenn ein Schwinger mit dem Rücken ganz oder bis Mitte beider Schulterblätter (vom Kopf oder Gesäss her) gleichzeitig den Boden berührt. Der angreifende Schwinger muss jedoch noch mit mindestens einer Hand an der Schwingerhose des Gegners Griff gefasst haben.
Für den Erfolg beim Schwingen braucht es viele sportliche Komponenten, sowohl die körperlichen, als auch die kognitiven. Überragende Bedeutungen hat dabei sicherlich die Technik, denn erst eine vielseitige, ausgefeilte Technik ermöglicht z.B. entsprechende Varianten der Taktik. Es sei aber nicht verschwiegen, dass unter Umständen auch ein einziger Griff, perfekt, schnell und mit genügend Kraft ausgeführt, zum Erfolg führen kann.

Das Training

Glaubte man in früheren Zeiten, nur der gross und stark gebaute Körper sei zum Schwingen geeignet und könne zum Erfolg führen, zeigte es sich in späteren Jahren mehr und mehr, dass auch leichtere Schwinger durch ihre Gewandtheit, Technik und Ausdauer grosse Erfolge erreichen können. Je grösser die körperliche Unterlegenheit eines Schwingers ist, um so mehr schwingerische Kenntnisse und Fähigkeiten sind erforderlich, um erfolgreich zu sein. Nach dem Motto "Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft", kann der Knabe schon vom achten Altersjahr an zum Schwingen herangezogen werden.

Nur ein gut trainierter Schwinger kommt mit eisernem, zielbewussten Willen zum Erfolg.